Dresden: Abschaffung des St.-Georgs-Ordens ist kein Verlust für die Zukunft des Semperopernballs

©Sebastian Lupke/Amnesty International

Die Ankündigung des Dresdner Semperopernballs, künftig auf die Verleihung des St.-Georgs-Ordens zu verzichten, ist ein notwendiger Schritt zur Verbesserung seines stark angekratzten Images. Die Verleihung des Ordens an den ägyptischen Autokraten Abdelfattah Al-Sisi im Jahr 2020 wurde erst nach massivem Protest rückgängig gemacht.

Dresden, 17. September 2021 – Am Freitag gaben die Veranstalter_innen des Dresdener Semperopernballs bekannt, dass künftig auf die Verleihung des „Sankt-Georgs-Ordens“ im Rahmen der Festlichkeiten verzichtet werden soll (es berichtete u.a. Radio Dresden). Zum letzten Semperopernball im Februar 2020 wurde der Orden – den Jahre zuvor bereits Russlands autokratischer Präsident Wladimir Putin erhalten hatte – an den ägyptischen Despoten Abdelfattah Al-Sisi verliehen, der die Verantwortung für unzählige schwere Menschenrechtsverletzungen in seinem Land trägt. Amnesty International Sachsen verurteilte diesen Skandal und rief zu Protestaktionen am Tag des Balls auf. Erst nachdem die massive öffentliche Kritik dazu führte, dass prominente Ballgäste wie der Musiker Peter Maffay ihre Absage androhten, mussten die Verantwortlichen missmutig die Aberkennung des Preises ankündigen.

Sebastian Lupke, Sprecher für Amnesty International in Sachsen, kommentiert: „Die Abschaffung des Sankt-Georg-Ordens ist die notwendige Konsequenz, um das angekratzte Image des Semperopernballs zu retten. Präsident Al-Sisi hat in Ägypten die willkürliche Inhaftierung unzähliger Menschen, systematische Folter in Hafteinrichtungen und die gewaltsame Unterdrückung der Meinungsfreiheit zu verantworten. Kein Mensch sollte auch nur auf den Gedanken kommen, Autokraten wie ihn mit einem Orden zu adeln. Dass die damalige hektische Aberkennung des Ordens wohl keineswegs aus Einsicht erfolgt ist, sondern nur aus der Angst, auch noch die letzte verbliebene Ballprominenz zu verprellen, zeigt:  Das Ende dieser Preisverleihung ist alles andere als ein Verlust für den Semperopernball.“